Die Weser

Erste Spuren der heutigen Weser finden sich im Tertiär. Vor etwa zwölf Millionen Jahren muss es einen Fluss im Gebiet der heutigen Oberweser gegeben haben. Funde von typischen Weserkiesen lassen diesen Schluss zu. Wo dieser Fluss mündete, ist unbekannt.

Von der Mitte des 14. Jahrhunderts bis Anfang des 16.Jahrhunderts hatte die Weser ein Mündungsdelta mit mehreren Seitenarmen in den im wesentlichen im 12. Jahrhundert entstandenen Jadebusen ( [4], [5], [6] ). Entstanden sind diese Gewässer durch Meereseinbrüche, auch wenn sie dann überwiegend Weserwasser führten. Ahne und Heete flossen von Nordenham nach Westen, das Lockfleth von Brake nach Nordwesten, zeitweise gab es sogar eine Verbindung vom Elsflether Tief zum Fluss Jade. Große Teile der heutigen Halbinsel (Landkreis Wesermarsch) zwischen Unterweser und Jadebusen waren somit Inseln. Als Folge davon trägt die Halbinsel keinen einheitlichen Namen. Der nördliche Teil heißt Butjadingen (= Land außerhalb der Jade), der südliche Teil Stadland (von Gestade = Küste).

Das Tal der Oberweser war vor dem Vordringen der Germanen keltisch besiedelt. Die romanische, also mittelalterliche, Klosterkirche Bursfelde (s.u.) steht auf einem alten keltischen Prozessionsweg.

Die Oberweser unterliegt als typischer Mittelgebirgsfluss starken Schwankungen in der Wasserführung. Im Winterhalbjahr kommt es hier nicht selten zu Hochwassern, im Sommer dagegen oft zu extremem Niedrigwasser. Für den Pegel Porta Westfalica am Übergang zur Mittelweser beträgt die mittlere Wasserführung rund 180 Kubikmeter in der Sekunde, die niedrigste 63 und die höchste 830. Am Beginn der Oberweser, am Pegel Hann. Münden, sind Niedrigwasserabflüsse um 30m³ in der Sekunde keine Seltenheit. Bei mittlerem Niedrigwasserstand beträgt die Fließgeschwindigkeit etwa 0,8m in der Sekunde.

Die Mittelweser zwischen Minden und der Tidegrenze in Bremen führt bereits deutlich mehr Wasser. Der Pegel Intschede (südlich von Bremen) registriert eine mittlere Wasserführung von 320m³ in der Sekunde. Die niedrigste liegt bei 120 und die höchste bei 1.200m³ in der Sekunde. Bei mittlerem Niedrigwasserstand beträgt die relativ geringe Fließgeschwindigkeit etwa 0,5 – 0,7m in der Sekunde, bedingt durch die Staustufen in der Mittelweser. Die „Reisedauer“ eines Wasserkörpers von Hann. Münden bis Bremen schwankt je nach Wasserführung zwischen 2,5 und sechs Tagen, im Mittel etwa vier Tage.

Wasserstand und Fließgeschwindigkeit der Seewasserstraße Unterweser werden von den Gezeiten bestimmt, dem Tidenhub. Die Wassermenge in der Unterweser beträgt bei mittlerem Abfluss und mittlerer Tide beim Bremer Weserwehr 327m³ in der Sekunde und steigt kontinuierlich bis zu einem Wert von ca. 6.600m³ in der Sekunde bei Bremerhaven. Durch den ständigen Gezeitenwechsel braucht jedoch ein Wasserkörper zwischen zwei und 24 Tage, um die relative kurze Strecke bis zur Nordsee zu überwinden.